CBD Öl im Drogeriemarkt: Die unendliche Geschichte

Es ist ein ständiges Hin und Her: Einmal bieten die Drogerieketten in Deutschland CBD-Produkte an, dann nehmen sie die gesamte Produktpalette wieder aus dem Sortiment, nur um sie kurze Zeit später wieder zu verkaufen. Kunden sind verunsichert und fragen sich zurecht nach der Ursache für diesen Zickzack-Kurs. Die Gründe sind zumeist rechtlicher Natur. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind kompliziert und teilweise bis heute noch nicht abschließend geklärt. Möglicherweise steckt dahinter aber auch Kalkül.

Im Jahr 2018 führten die größten deutschen Drogerieketten Rossmann und Dm relativ geräuschlos CBD Öl in ihr Sortiment ein. Schon im April diesen Jahres war es mit den Hanf-Produkten im Ladenregal allerdings schon wieder vorbei; beide Unternehmen verbannten sämtliche CBD Öle aus ihren Filialen. Nur wenige Wochen später staunten aufmerksame Drogerie-Kunden nicht schlecht: Zwischen Vitamin-C-Tabletten und Müsliriegel tauchten sie plötzlich wieder auf, die kleinen Fläschchen mit der offenbar so sehr umstrittenen Flüssigkeit. Aber damit war die nicht enden wollende Geschichte noch nicht ausgestanden. Bei Dm heißt es auf der Online-Plattform:

„Die rechtliche Einstufung der Produkte ist Stand heute noch nicht abschließend geklärt. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden haben wir beschlossen, die CBD-Produkte auf unbestimmte Zeit aus dem Verkauf zu nehmen. Hierfür bitte wir um Verständnis.“

Extrem niedriger THC-Grenzwert ausschlaggebend

Grund für den ersten Verkaufsstopp im Frühling waren Unklarheiten bezüglich des THC-Gehaltes der Produkte. Cannabidiol wird aus der Hanfpflanze gewonnen, im Gegensatz zu medizinischem Cannabis enthält Nutzhanf jedoch kaum psychoaktives THC. CBD macht also weder süchtig, noch mach es high. Wichtig für Verkäufer: Der THC-Gehalt darf 0,2 Prozent nicht übersteigen. Stichproben ergaben seinerzeit allerdings, dass der THC-Anteil in den Dm-Produkten leicht erhöht war. Pressemeldungen zufolge handelte es sich lediglich um wenige Mikrogramm. Überhaupt gilt der Grenzwert von 0,2 Prozent unter Händlern, Produzenten und Wissenschaftlern als sehr niedrig angesetzt.

Sind CBD-Produkte neuartige Lebensmittel?

Der anhaltende „Schlingerkurs“ der Drogerien hat noch einen weiteren Grund: Es gibt Streit darüber, ob Cannabidiol Produkte als „neuartige Lebensmittel“ einzustufen sind. Als solche sind gemäß EU Lebensmittel eingestuft, die bisher nicht in großem Umfang in den Verkehr gebracht wurden. Bevor dies geschieht, müssen sie ein aufwändiges Zulassungsverfahren durchlaufen. Dass CBD oder Hanf allgemein als „Novel Food“ einzustufen ist, bestreiten sogar spezialisierte Juristen. Schließlich ist einwandfrei nachgewiesen, dass Hanf bereits im 15. Jahrhundert als Rohstoff für verschiedene Nahrungsmittel verwendet wurde. Demnach würde die Diskussion um CBD als „neuartiges Lebensmittel“ ad absurdum geführt. Böse Zungen vermuten, dass es insgesamt darum geht, CBD vom Markt zu nehmen und es in Zukunft als pharmazeutischen Wirkstoff zu verkaufen.

5% RABATT

Wenn Sie unseren Newsletter abonnieren!