Forschungsinstitut will Phytocannabinoide erforschen

Forschungsinstitut will Phytocannabinoide erforschen

Cannabinoide lassen sich in Phytocannabinoide und Endocannabinoide unterteilen. Zu den wohl bekanntesten Phytocannabinoiden gehören die beiden Stoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD)

Neben diesen beiden zum Teil sehr tiefgehend erforschten Substanzen enthalten Pflanzen der Gattung Cannabis jedoch mehr als 100 weitere Phytocannabinoide. Diese wurden bisher größtenteils lediglich nachgewiesen, jedoch nicht weitergehend erforscht. Aus diesem Grund ruft derzeit das US-amerikanische Institut NCCIH (National Center for Complementary and Integrative Health) Forscher dazu auf, sich zusammen zu finden und auch in diesen Bereichen vermehrt zu forschen.

THC und CBD sind bereits heute aus verschiedenen Gründen bei gesundheitsbewussten Konsumenten beliebte Stoffe. THC ist zwar als Substanz in den meisten Ländern nicht legal, CBD und nahezu alle anderen Phytocannabinoide hingegen schon.

Wie groß das Potenzial dieser mehr als 100 weiteren Stoffe dabei ist, kann bisher nur vermutet werden. Es bedarf daher einer Reihe verschiedener Wissenschaftler, um die genauen Eigenschaften der bisher weitestgehend unbekannten Substanzen näher zu beleuchten. Aus diesem Grund hat das NCCIH vor kurzem einen Aufruf gestartet, in dem es Forscher aller Art auf die diversen Möglichkeiten in diesem Bereich hinweist.

Dabei ist es das Ziel, vor allem Physiker, Chemiker, Physiologen, Naturwissenschaftler, Pharmakologen und Genetiker zu einem breit aufgestellten Team zusammenzufinden und so gemeinsam die tiefergehenden Potenziale der Cannabispflanze zu erforschen. Insgesamt gelten derzeit mehr als 100 Phytocannabinoide und mehr als 120 sogenannter Terpene als unerforscht. Vor allem die folgenden Stoffe sind seitens des NCCIH von großem Interesse:

  • Cannabigerol (CBG)
  • Cannabinol (CBN)
  • Cannabichrome (CBC)
  • Myrcen
  • ß-Caryophyllen
  • Limonen
  • a-Terpineol
  • Linalool
  • Phellandren
  • a-Pinen
  • ß-Pinen
  • Terpinen
  • a-Humulen

Sicherlich kann bisher keine Aussage darüber getroffen werden, ob entsprechende Forschungsarbeiten und Studien von Erfolg gekrönt sein werden, aber genau darum geht es hier. Solange diese Stoffe gänzlich unerforscht sind, kann über das Potential dieser nur gemutmaßt werden. Die Aufgabe der Forschung ist es deshalb, Mutmaßungen entweder zu falsifizieren oder gar diese zu bestätigen.

Es ist erfreulich zu sehen, dass das NCCIH dies erkannt hat und deshalb nun aktiv dazu aufruft, Forschungsbestreben in diesen Bereichen zu verstärken. Es bleibt somit nur mit Spannung zu beobachten, inwiefern der Aufruf Früchte trägt und wie gegebenenfalls entsprechende Forschungsergebnisse ausfallen.

Quelle: https://grants.nih.gov/grants/guide/notice-files/NOT-AT-19-008.html

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